Für wen lohnt sich der KV?


Der Einsatz von Massentransportmitteln (Bahn, Binnenschiff) hat den Vorteil, dass ab einer gewissen Distanz und einer gewissen Menge deutliche ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber dem Langstrecken-Lkw-Transport eintreten. Somit werden Transporte nicht nur billiger, sie schonen auch die Umwelt und unterstützen das verladende Unternehmen bei seiner Umweltstrategie.

Wann dieser „Break-Even Point“ eintritt, an dem der Kombinierte Verkehr günstiger als der Straßengüterverkehr ist, darüber scheiden sich die Geister. Als Faustregel gilt: ab Entfernungen von 500 Kilometern werden ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber dem Lkw deutlich.

Jedoch gibt es in der Praxis zahlreiche Beispiele, bei denen wirtschaftliche KV-Verkehre bereits ab Distanzen teilweise deutlich unter 300 km realisiert werden konnten. Eine pauschale Aussage, wann sich KV rechnet, ist nicht möglich. Vielmehr muss in jedem Einzelfall bewertet werden, welche intermodalen Lösungen sich für das jeweilige Problem eignen.

Die folgenden Grafiken aus dem Buch Intermodal Transport in Europe (2005) der EIA verdeutlichen exemplarisch die verschiedenen Kostentypen eines Transports eines 40-Fuß-Containers von Rotterdam nach Frankfurt am Main. Auch wenn die Kostenstruktur beim Lkw (rechts) zu einem sehr großen Teil aus den reinen Transportkosten bestehen und bei den Verkehrsträgern Schiene (Mitte) und Binnenschiff (links) die sonstigen Kosten teilweise erheblich größere Anteile haben, so ist die Gesamtersparnis auf der Beispielstrecke je Container bei den beiden Massentransportmitteln gegenüber der Straße deutlich zu erkennen.

Fazit: die Intermodale Transportkette hängt von vielen Faktoren ab, von denen Menge und Distanz nur zwei Parameter sind. Die Wirtschaftlichkeit muss immer wieder am Einzelfall geprüft werden.

Quelle: Vrenken, H.; Macharis, C.; Wolter, P.: Intermodal Transport in Europe, Belgium, 2005

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