Technik und Sicherheit

Die Technik des kombinierten Verkehrs setzt sich prinzipiell aus den folgenden Komponenten zusammen:

  • Transportmittel / Verkehrsträger

  • Ladeeinheit

  • Umschlagsystem

Beim kombinierten Verkehr übernimmt jeder Verkehrsträger denjenigen Teil der Transportaufgabe, für den er am besten geeignet ist. Rund 80 % des Aufkommens im Straßengüterverkehr werden über geringe Entfernungen transportiert. In diesem Entfernungsbereich ist der Lkw aufgrund seiner Flächendeckung nicht zu ersetzen. Auf weiten Strecken, sofern große Verkehrsmengen gebündelt gefahren werden können, ist der Ganzzug die wirtschaftlichste Beförderungsart, oder das Binnenschiff, soweit ein Fluss oder ein leistungsfähiger Kanal zur Verfügung steht. Beim kombinierten Verkehr werden die Einzelsendungen in genormten Ladeeinheiten zusammengefasst, die zwischen Schiff, Bahnwaggon und Lkw wechseln können.

 

Technik des KV

Für den kombinierten Verkehr gibt es die folgenden Ladeeinheiten: Im Überseeverkehr werden Container von 20 Fuß (6,1 m) und 40 Fuß (12,2 m) Länge genutzt. Im europäischen Landverkehr dominiert der Wechselbehälter. Das ist im Prinzip ein abnehmbarer Fahrzeugaufbau, der von einem Kran vom Lkw abgehoben und auf einen Güterwagen gesetzt werden kann. Auf einem Lastzug werden 2 Wechselbehälter von etwa 7 m Länge, auf einem Sattelanhänger ein 13 m langer Wechselbehälter untergebracht. Auf einem Güterzug finden bis zu 70 Wechselbehälter von 7 m Länge Platz.

Anstatt eines Wechselbehälters wird in anderen Fällen der komplette Sattelanhänger mit Fahrwerk auf den Güterwagen per Kran umgesetzt. Das Fahrwerk des Sattelanhängers ruht dann in der Tasche des Waggons. Container, Wechselbehälter und Sattelanhänger können in Europa in denselben Umschlaganlagen zwischen Schiene und Straße umgesetzt werden.


Ladeeinheiten

 

Bei Umschlagsystemen kann zwischen horizontalen und vertikalen Umschlagsystemen unterschieden werden, wobei die horizontale Kranung noch immer den Markt dominiert. Für zukünftige Innovationen im Bereich des KV ist jedoch die Funktionalität, Geschwindigkeit und Effizienz des Umschlagsystems von entscheidender Bedeutung.

Eine Darstellung von innovativen Umschlagsystemen wurde von der SGKV im Projekt InHoTra untersucht. Der Systemvergleich kann hier eingesehen werden [LINK INHOTRA PDF, ANHANG 2]

Umschlags-systeme

 

Auf einigen Strecken in Europa wird auch der komplette Lastzug oder das Sattelkraftfahrzeug (einschließlich Zugmaschine) auf Waggons befördert ("Rollende Landstraße"). Die gesamte Transporteinheit " Straßenfahrzeug + Schienenfahrzeug " ist allerdings so hoch, dass sie nur durch die Tunnels und unter den Brücken fahren kann, wenn man Eisenbahnwaggons mit extrem kleinen Rädern und speziell niedriger Ladefläche einsetzt. Solche Sonderlösungen sind konstruktiv schwierig und aufwendig.

RoLa

 

Ein neuer, jedoch stetig an Bedeutung gewinnender Aspekt ist die Sicherheit im kombinierten Verkehr. Wie auch in anderen logistischen Prozessketten ist die KV-Kette durch steigende Komplexität und größere Bedeutung für die Wirtschaftsprozesse im Allgemeinen gekennzeichnet. Dieser Bedeutungszuwachs schlägt sich in einem größeren Sicherheitsbedarf nieder, sowohl zur Reduktion von Abwicklungsmängeln als auch zur Verhinderung unautorisierter Handlungen, z.B. Diebstähle oder terroristische Übergriffe.

Die Kette des Kombinierten Verkehrs ist an den Umschlagpunkten der Ware zwischen zwei Verkehrsträgern besonders empfindlich gegenüber Übergriffen Dritter. Bisher wurde die Sicherheit in Terminals, insofern es Ware und Kunde nicht ausdrücklich erforderten, jedoch vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Nach den Vorfällen des 9. Septembers 2001 in den USA setzte jedoch auch hier ein Umdenken ein, vor allem unter Federführung der EU. Aber auch die verschärften Anforderungen an die Sicherheit im Seeverkehr durch USA zwingen Logistikdienstleister und kV-Operateure, zu reagieren.

Die Kommission der Europäischen Union hat schlug im Februar 2006 einen Verordnungsvorschlag mit dem Titel "Verbesserung der Sicherheit der Lieferkette" vor. Hauptziel der Verordnung ist der Schutz des Güterverkehrs vor terroristischen Anschlägen auf der gesamten Logistikkette von der Herstellung eines Produkts bis zur Abgabe am Bestimmungsort und gilt als Grundlage für weitere Arbeiten und Forschungen.

Es besteht jedoch weiterer Forschungs- und Handlungsbedarf, um das relativ junge Feld der Sicherheit im KV-Verkehr ausreichend abzudecken.

Sicherheit im KV

 


 

Terminalkarte

Ab sofort finden Sie die Terminalkarte mit den deutschen Terminals des kombinierten Verkehrs auf unserer Internetseite. Sukzessive werden die noch fehlenden Terminals ergänzt sowie Filterfunktionen zur Verfügung gestellt.


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